Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW

Hepatitis A, B und C in NRW

Die Hepatitis-Viren haben ähnliche Übertragungswege wie das HI-Virus. Daher kommen bei HIV-Positiven Doppelinfektionen mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) bzw. dem Hepatitis-C-Virus (HCV) häufig vor. Da HCV bei Blut-Blut-Kontakten rund zehnmal infektiöser als HIV ist, haben intravenös Drogengebrauchende und Menschen, die vor 1991 Blutprodukte, die nicht auf HCV geteestet waren, erhalten haben, ein höheres Risiko einer Doppelinfektion.
Der Hepatitis-A-Virus wird vor allem über verunreinigte Lebensmittel und Trinkwasser übertragen, kann aber auch durch verunreinigtes Spritzbesteck und beim Sex übertragen werden. 

Einen Überblick über wichtige Übertragungswege, Inkubationszeit, Akuterkrankung und chronischen Verlauf, Therapie, Schutzimpfung bzw. passive Immunisierung virusbedingter Lebererkrankungen finden Sie in der Broschüre "Virus-Hepatitis 2017" der Deutschen AIDS-Hilfe.


Hepatitis C: Inzidenz in NRW steigt 2017 im Vergleich zum Median der fünf Vorjahre an

Die bundesweite Inzidenz lag 2017 bei 5,8 HCV-Erstdiagnosen/100.000 Einwohner*innen. Im Vergleich dazu lag Nordrhein-Westfalen mit einer Inzidenz von 5,6 unter dem Bundesdurchschnitt. Allerdings stieg die Inzidenz im Vergleich zum Median der fünf Vorjahre in Nordrhein-Westfalen an.

Aus den belastbaren Angaben zum Übertragungsweg auf Bundesebene ergibt sich folgende Verteilung: i.v. Drogengebrauch (73,3%), i.v. Drogengebrauch auch in Haft (4,6%) | Erhalt von Blutprodukten (9,3%) | Männer, die Sex mit Männern haben (7,1%) | Heterosexueller Kontakt mit HCV-infizierten Partner*innen (4,6%) | Dialyse (0,4%) | Perinatal (0,8%). Mehr entnehmen Sie dem Epidemiologischen Bulletin Nr. 29 des Robert Koch-Institutes vom 19. Juli 2018.

Die Inzidenzen in Nordrhein-Westfalens Kreisen und kreisfreien Städten ist sehr unterschliedlich. Sie reichen 2017 von 18,21 bis 0. Mehr entnehmen Sie der SurvStat@RKI 2.0-Abfrage hier (PDF).


Infektionsjahresbericht des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen 2017

Laut dem Infektionsjahresbericht 2017 des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen war bei den Hepatitiden die Hepatitis C nach wie vor die häufigste Erkrankungsform. Für das Jahr 2017 sind für Hepatitis C in NRW insgesamt 999 Meldungen (2016: 798 Meldungen) eingegangen. Die Verteilung auf die einzelnen Städte und Kreise finden Sie hier (PDF).

Bei den übermittelten Hepatitis B-Fällen zeigt sich ein weiterer Anstieg. Für das Jahr 2017 sind für Hepatitis B in NRW insgesamt 457 Fälle (2016: 335) gemeldet worden. Die Verteilung auf die einzelnen Städte und Kreise finden Sie hier (PDF).

Die Zahl der übermittelten Hepatitis A-Fälle ist im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr erheblich angestiegen. Für das Jahr 2017 sind für Hepatitis A in NRW insgesamt 369 Fälle (2016: 171 Fälle) gemeldet worden. Die Verteilung auf die einzelnen Städte und Kreise finden Sie hier (PDF).