Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW

Spotlight: Welt-AIDS-Tag 2020

Rote Schleife (Foto: beja)Weltweit leben etwa 38 Millionen Menschen mit HIV. 2019 infizierten sich etwa 1,7 Millionen Menschen neu mit dem Virus. 690.000 Menschen sind 2019 an AIDS verstorben. Noch lange haben nicht alle Zugang zu den lebensnotwendigen Medikamenten.

In Deutschland kann man heute mit HIV bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie alt werden und leben wie andere Menschen auch. Eine Übertragung von HIV ist unter einer wirksamen Therapie nicht mehr möglich.

Zugleich erleben Menschen mit HIV immer noch Zurückweisung, Benachteiligung oder Schuldzuweisungen – in der Familie, im Freundeskreis, im Job, in der Freizeit und sogar im Gesundheitswesen. Abwertung und Ausgrenzung machen krank. Sie können zu psychischen Erkrankungen führen und Menschen von Arztbesuchen abhalten. Angst vor Zurückweisung hält Menschen auch vom HIV-Test ab. Sie leben dann oft lange Zeit ohne Behandlung mit HIV, bis sie schwer krank werden.

Am 1. Dezember 2020 findet der 32. Welt-AIDS-Tag statt. Ziel ist es, dafür zu sensibilisieren, wie wichtig ein Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung ist, und dafür, dass wir nur gemeinsam die Diskriminierung von Menschen mit HIV abbauen können.

Leben mit HIV - anders als du denkst

Die diesjährige Aktion des Bundesministeriums für Gesundheit, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, der Deutschen AIDS-Hilfe und der Deutschen AIDS-Stiftung zum Welt-AIDS-Tag startete am 5. November 2020 mit Online-Materialien, Informationen zum Welt-AIDS-Tag sowie Veranstaltungshinweisen.

Menschen mit HIV müssen heute im Alltag, im Beruf oder in Partnerschaft und Sexualität keine Einschränkungen mehr hinnehmen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung verhindert den Ausbruch von Aids und eine erfolgreiche Therapie verhindert die weitere Übertragung des Virus.

Diskriminierung ist aber immer noch Teil des Alltags vieler Menschen mit HIV – oftmals aus unbegründeten Vorurteilen oder aus Unwissen heraus. Die diesjährige Kampagne möchte deshalb für die Lebenswirklichkeit von Menschen mit HIV sensibilisieren und die gelebte Selbstverständlichkeit im Zusammenleben von Menschen mit und ohne HIV zeigen und somit Unwissenheit und Vorurteile abbauen.

Mehr finden Sie unter welt-aids-tag.de.


#wissenverdoppeln: HIV ist unter Therapie nicht übertragbar

Ergänzend zur oben genannten Aktion geht die dritte Runde der Kampagne #wissenverdoppeln der Deutschen Aidshilfe am 25. November 2020 an den Start. Die Kampagne möchte dazu beitragen, das Wissen in der Bevölkerung weiter bekannt zu machen, dass HIV unter Therapie nicht übertragbar ist. Die Kampagne wird multimediale Wege gehen und in diesem Jahr auch erstmals durch Vor-Ort-Aktionen ergänzt. Mehr Informationen zur Kampagne finden Sie unter wissen-verdoppeln.hiv.

 

Pressemeldungen

Deutsche Aidshilfe: Kampagne zum Welt-Aids-Tag: HIV-Medikamente verhindern die HIV-Übertragung, 25.11.2020

Deutsche AIDS-Stiftung: Beratung zu HIV muss intensiviert werden, 26.11.2020

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Welt-AIDS-Tag 2020: „Leben mit HIV – anders als du denkst“, 27.11.2020

In Nordrhein-Westfalen waren im Jahr 2019 nach Schätzungen des Robert Koch-Institutes 540 Neuinfektionen zu verzeichnen. Dies sind etwa 10 Infektionen mehr als im Jahr 2018. Ca. 450 Personen sind Männer (Veränderung zu 2018: +5), etwa 90 Personen Frauen (Veränderung zu 2018: +5).

Rund 340 Personen haben sich über mann-männlichen Sex infiziert (Veränderung zu 2018: -5). Etwa 120 Personen haben sich über heterosexuelle Kontakte infiziert (Veränderung zu 2018: +10). Rund 80 Personen haben sich über i.v. Drogengebrauch infiziert (Veränderung zu 2018: +10).

Am Ende des Jahres 2019 lebten rund 17.700 (Schwankungsbreite: 16.500 - 19.000) Menschen mit HIV oder AIDS in NRW. Etwa 14.300 sind männlich, etwa 3.400 weiblich. Der Anteil der Menschen mit HIV, die von ihrer Infektion wussten, betrug 87 Prozent (2018: 88 Prozent). Der Anteil der Menschen mit HIV, die von ihrer Infektion wussten und eine antiretrovirale Therapie erhielten, stieg von 93 Prozent (2018) auf 97 Prozent (2019).

HIV-Erstdiagnosen wurden in NRW im Jahr 2018 schätzungsweise 680 (Veränderung zu 2018: -10) gestellt, etwa 230 davon erst bei fortgeschrittenem Immundefekt (keine Veränderung zu 2018). Von den 230 Personen wiesen 110 bereits AIDS-definierende Erkrankungen auf (Veränderung zu 2018: -5). 2019 gab es etwa 100 Todesfälle bei HIV-Infizierten.

Mehr lesen Sie in den RKI-Eckdaten für NRW 2019.
Ausführliche Details zur Situation in Deutschland und Nordrhein-Westfalen finden Sie im Epidemiologischen Bulletin 48/2020 des Robert Koch-Institutes.

Pressemeldungen

Gesundheitsminister Laumann zum Welt-AIDS-Tag 2020: Zugang zu Test- und Beratungsangeboten auch in Corona-Pandemie wichtig, 30.11.2020

Das Robert Koch-Institut hat anlässlich des kommenden Welt-AIDS-Tages im Epidemiologischen Bulletin eine umfassende Darstellung der HIV/AIDS-Situation in Deutschland veröffentlicht. Der Ausbau von zielgruppenspezifischen Testangeboten und ein früherer Behandlungsbeginn zeigen laut dem Bundesinstitut offenbar auch in Deutschland Erfolge. Die Zahl der HIV-Neuinfektionen bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), ist seit 2013 um 27 Prozent gesunken. Bei Menschen, die sich über injizierenden Drogengebrauch oder heterosexuelle Kontakte infiziert haben, gab es in den vergangenen Jahren einen Anstieg auf niedrigem Niveau. „Dieser leichte Anstieg der Infektionszahlen zeigt, dass weitere Anstrengungen notwendig sind, insbesondere um die Testangebote zu verbessern und den Zugang zur Therapie für alle in Deutschland mit HIV lebenden Menschen zu gewährleisten“, äußert sich Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts. Der Einfluss der PrEP (HIV-Präexpositionsprophylaxe), die ein zusätzliches Instrument der HIV-Prävention bietet, sei auf Grundlage der vorhandenen Daten noch nicht verlässlich einschätzbar.

Deutschlandweit waren im Jahr 2019 nach Schätzungen des Robert Koch-Institutes 2.600 HIV-Neuinfektionen zu verzeichnen. Dies sind etwa 180 Infektionen mehr als 2018. Ca. 2.200 Personen sind Männer (Veränderung zu 2018: +110), etwa 480 Personen Frauen (Veränderung zu 2018: +65). Rund 1.600 Personen haben sich über mann-männlichen Sex infiziert (Veränderung zu 2018: +5). Etwa 650 Personen haben sich über heterosexuelle Kontakte infiziert (Veränderung zu 2018: +100). Rund 360 Personen haben sich über i.v. Drogengebrauch infiziert (Veränderung zu 2018: +70). Die Mutter-Kind-Übertragungen lagen unter 10.

Am Ende des Jahres 2018 lebten rund 90.700 (Schwankungsbreite: 84.900 – 97.200) Menschen mit HIV oder AIDS in Deutschland. Etwa 73.100 sind männlich, etwa 17.600 weiblich. Der Anteil der Menschen mit HIV, die Ende 2019 von ihrer Infektion wussten, beträgt wie auch im Vorjahr 88 Prozent. Der Anteil der Menschen mit HIV, die von ihrer Infektion wussten und in Behandlung waren, stieg von 93 Prozent (2018) auf 97 Prozent (2019).

HIV-Erstdiagnosen wurden in Deutschland im Jahr 2019 schätzungsweise 3.300 gestellt, etwa 1.100 davon erst bei fortgeschrittenem Immundefekt. Von den 1.100 Personen wiesen 510 bereits AIDS-definierende Erkrankungen auf. 2019 gab es etwa 380 Todesfälle bei HIV-Infizierten.

Mehr lesen Sie in den RKI-Eckdaten für Deutschland 2019.
Ausführliche Details zur Situation in Deutschland finden Sie im Epidemiologischen Bulletin 48/2020 des Robert Koch-Institutes.
Die darauf bezogene Pressemeldung des Robert Koch-Institutes finden Sie unter rki.de.
Die darauf bezogene Pressemeldung der Deutschen Aidshilfe finden Sie unter aidshilfe.de.

Europäische Union, Europäischer Wirtschaftsraum, WHO-Region Europa

Am 26. November 2020 haben das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) und das Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihren jährlichen Bericht zu HIV und AIDS veröffentlicht.

Im Jahr 2019 wurden 136.449 HIV-Neuinfektionen in der WHO-Region Europa gemeldet, dies entspricht einer Inzidenz von 15,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner*innen. Rund die Hälfte der Neuinfektionen geht auf heterosexuelle Kontakte zurück, knapp 21 Prozent auf Sex zwischen Männern und 13 Prozent auf injizierenden Drogengebrauch. Geographisch betrachtet entfallen ca. 20 Prozent der Neuinfektionen auf die EU und den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), 80 Prozent auf die östlichen Staaten der WHO-Region.
Die verschiedenen Gebiete innerhalb der Region unterscheiden sich nicht nur erheblich nach Inzidenzen (von 3,4/100.00 in Zentraleuropa bis hin zu 41,7/100.000 in Osteuropa), sondern auch nach den jeweils dominanten Übertragungswegen. Sex zwischen Männern ist der Haupt-Übertragungsweg in der Europäischen Union und im EWR, heterosexuelle Kontakte und injizierender Drogengebrauch sind die Hauptübertragungswege im östlichen Gebiet der Region. 

In der EU und im EWR ist die Zahl der Neuinfektionen in den letzten zehn Jahren um 9 Prozent gesunken, ebenso hat der Anteil von Menschen mit HIV ohne Diagnose abgenommen. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Neuinfektionen in der gesamten WHO-Region um 19 Prozent gestiegen, auch der geschätzte Anteil noch nicht diagnostizierter Menschen hat hier zugenommen.

Spätdiagnosen bleiben in der gesamten Region eine Herausforderung. Mehr als die Hälfte aller Neudiagnosen findet erst bei schon fortgeschrittenem Immundefekt statt. Dies betrifft am meisten die Menschen mit heterosexuellem Übertragungsweg (58 Prozent Spätdiagnostizierte), gefolgt von drogengebrauchenden Menschen (52 Prozent) und Männern, die Sex mit Männern haben (MSM; 42 Prozent). Bei 12.535 Menschen wurde in 2019 AIDS diagnostiziert, dies betrifft vor allem den Osten der Region (76 Prozent aller Fälle).

In zwei neuen Infographiken werden die unterschiedlichen Übertragungsmuster in Zentral, West- und Osteuropa und die Prävalenz von Spätdiagnosen sowie mögliche Handlungsfelder aufgezeigt.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung rufen ECDC-Direktorin Andrea Ammon und WHO-Europa-Direktor Hans Kluge dazu auf, trotz der Covid-19-Pandemie die Bemühungen um frühzeitige Diagnostik und Anbindung an die Versorgung für Menschen mit HIV nicht nachzulassen. Eine neue Kampagne des ECDC zum Welt-AIDS-Tag spricht sich dafür aus, die Teststrategien zu diversifizieren, um die hohe Anzahl spätdiagnostizierter Menschen zu senken.

Mehr zu HIV und AIDS in Europa lesen Sie unter ecdc.europa.eu.

Laut UNAIDS Data 2020 lebten 2019 auf der Welt 38 Millionen Menschen mit HIV. 2019 Etwa 1,7 Millionen Menschen infizierten sich neu mit dem Virus. 690.000 Menschen sind 2019 an AIDS verstorben. 2019 wussten 81 Prozent aller Menschen mit HIV weltweit von ihrer Infektion. 82 Prozent davon hatten Zugang zur Behandlung. Wiederum davon hatten 88 Prozent eine Viruslast unter der Nachweisgrenze. Mehr lesen Sie unter unaids.org.

In den vergangenen Jahren sind erhebliche Fortschritte bei den 90-90-90-Zielen gemacht worden. Erreicht wurden die Zielmarken für 2020 jedoch bislang noch nicht: 90 Prozent aller Menschen mit HIV sollen ihre Diagnose kennen, davon 90 Prozent eine wirksame antiretrovirale Therapie erhalten und wiederum davon 90 Prozent eine Viruslast unter der Nachweisgrenze aufweisen. Die Entwicklungen zwischen einzelnen Weltregionen gehen zum Teil weit auseinander: In Ost- und Südafrika wurde die Zahl der Neuinfektionen seit 2010 um 38 Prozent gesenkt, in Osteuropa und Zentralasien dagegen sind die Zahlen um 72 Prozent angestiegen. Noch nicht absehbar ist, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die weitere Entwicklung auswirken wird.


Eine Frage sozialer Ungleichheit - Der neue UNAIDS-Report

Die Antwort auf Pandemien müsse durch menschenrechts- und evidenzbasierte, Community-gestützte und ausreichend finanzierte Maßnahmen gekennzeichnet sein, dies gilt für COVID-19 genau wie für HIV. Dies legt Winnie Byanyima, UNAIDS-Exekutivdirektorin, im UNAIDS-Report „Seizing the Moment“ dar. Die Instrumente, um HIV vorzubeugen und zu behandeln, seien da. Entscheidend sei es nun, den Zugang zu diesen Instrumenten für alle Menschen sicherzustellen. Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten, die Infektionsrisiken für Frauen und Mädchen, schwule Männer und andere Männer, die Sex mit Männern haben, Trans*menschen, drogengebrauchende Menschen, Gefangene, Migrant*innen und Sexarbeiter*innen erhöhen, müssten durch konzertierte Bemühungen beseitigt werden. Eine andere Politik sei hier notwendig, um das Recht auf Gesundheit für alle durchzusetzen. Mehr lesen Sie unter aids2020.unaids.org.


UNAIDS zum Welt-Aids-Tag 2020: Globale Solidarität, geteilte Verantwortung

Zum diesjährigen Welt-Aids-Tag weist UNAIDS darauf hin, wie die COVID-19-Pandemie noch einmal verdeutlicht hat, wie stark Gesundheit mit Fragen wie sozialer Ungleichheit, Menschenrechten, Geschlechtergerechtigkeit und Wirtschaftswachstum verknüpft ist. Vor diesem Hintergrund ruft UNAIDS die Weltgemeinschaft im Umgang mit Pandemien, und dies betrifft COVID-19 ebenso wie HIV, zu globaler Solidarität und einer geteilten Verantwortung („global solidarity, shared responsibility“) auf. Daraus leiten sich fünf Kernforderungen ab:

  • Gesundheit wird vollumfänglich finanziert
  • Gesundheitssysteme werden gestärkt
  • Der Zugang (z.B. zu Impfung, Diagnostik und Behandlung) ist sichergestellt
  • Menschenrechte werden respektiert
  • Die Rechte von Frauen und Mädchen sowie Geschlechtergerechtigkeit stehen im Zentrum

Mehr lesen Sie unter unaids.org.


Erklärung von UNAIDS Executive Director Winnie Byanyima zum Welt-Aids-Tag 2020: Globale Probleme brauchen globale Solidarität!

UNAIDS Executive Director Winnie Byanyima erklärt: "Der Welt-AIDS-Tag 2020 wird wie kein anderer sein. COVID-19 bedroht den Fortschritt, den die Welt in den letzten 20 Jahren im Bereich Gesundheit und Entwicklung gemacht hat, einschließlich der Fortschritte, die wir im Kampf gegen HIV erzielt haben. ... Die Welt darf bei der Reaktion auf COVID-19 darf nicht dieselben Fehler machen, die sie im Kampf gegen HIV gemacht hat, als Millionen Menschen in Entwicklungsländern starben, während sie auf eine Behandlung warteten. Auch heute warten noch immer mehr als 12 Millionen Menschen auf eine HIV-Behandlung, und 1,7 Millionen Menschen haben sich 2019 mit HIV infiziert, weil sie keinen Zugang zu lebenswichtigen Diensten hatten. Aus diesem Grund hat sich UNAIDS als führender Fürsprecher für einen Volksimpfstoff gegen das Coronavirus eingesetzt.
Globale Probleme brauchen globale Solidarität." Mehr lesen Sie unter unaids.org.

Menschen mit einer HIV-Infektion und einer nicht nachweisbaren Viruslast unter Therapie können das Virus sexuell nicht übertragen. Darauf weist die Landeskommission AIDS NRW mit ihrem Statement "n = n: nicht nachweisbar = nicht übertragbar" hin.

Die Landeskommission AIDS berät die Landesregierung Nordrhein-Westfalen in grundsätzlichen Fragen der Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Eindämmung von AIDS. Die Mitglieder der Kommission sind Vertreterinnen und Vertreter von Institutionen, Verbänden und Vereinen, die direkt oder indirekt mit der Prävention, Beratung, Betreuung und Versorgung von Menschen mit HIV und AIDS befasst sind – zum Beispiel Ärztekammern, Kassenärztliche Vereinigungen, Wohlfahrtsverbände, kommunale Spitzenverbände, Aids- und Drogen-Selbsthilfe.


n = n: HIV wird unter wirksamer Therapie auch beim Sex ohne Kondom nicht übertragen

Eine HIV Infektion ist nicht heilbar, aber behandelbar. Das bedeutet, dass bei rechtzeitiger Diagnose und wirksamer Therapie Aids verhindert werden kann und ein langes Leben mit HIV möglich ist. Außerdem ist belegt, dass bei wirksamer Therapie die Anzahl der Viren soweit reduziert (unterhalb der Nachweisgrenze) werden kann, dass HIV auch bei Sex ohne Kondom nicht übertragen wird. Voraussetzung dafür ist eine dauerhafte Therapietreue.

Die Ergebnisse der PARTNER-Studien (Partners of people on ART: a New Evaluation of the Risks) belegen, dass bei einer Viruslast unter der Nachweisgrenze keine HIV-Übertragungen stattgefunden haben. Dies schließt Daten zu schwulen Männern sowie zu Paaren, die Analverkehr praktizieren, ein.


n = n: Auf natürlichem Wege Kinder zeugen und Kinder bekommen

Ebenso bedeutet dies, dass unter antiretroviraler Therapie Menschen mit HIV Kinder zeugen und Frauen mit HIV HIV-negative Kinder gebären können, ohne auf Inseminationsmethoden beziehungsweise Kaiserschnitt zurückgreifen zu müssen.


n = n: Ermutigung für Menschen mit HIV

Die Landeskommission will mit der Botschaft n = n Menschen mit HIV ermutigen, Scham und Angst abzulegen und an der Gesellschaft teilzuhaben wie andere Menschen auch. Die Landeskommission hofft, dass die Verbreitung der Botschaft n = n zum Abbau von Diskriminierung und Stigmatisierung in der Gesellschaft und dem Gesundheitssystem beiträgt, und damit den Zugang zu Test und Behandlung verbessert.


Das gesamte Statement lesen Sie unter mags.nrw oder hier (PDF).
Die Mitglieder der Landeskommission AIDS finden Sie unter mags.nrw.
Mehr zu n = n lesen Sie auch in unserem Spotlight n=n.

Die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben sich 2016 verpflichtet, eine anspruchsvolle Agenda umzusetzen, um bis 2030 die AIDS-Epidemie zu beenden.

Damit dies gelingen kann, sollen bis 2020 die sogenannten 90-90-90-Ziele erreicht werden:

  • 90 Prozent aller mit HIV Lebenden sollen von ihrer Infektion wissen.
  • 90 Prozent aller Diagnostizierten sollen Zugang zur Behandlung haben.
  • Bei 90 Prozent der Behandelten soll HIV nicht mehr nachweisbar sein.

Zugleich gelte es, neue HIV-Infektionen durch den Abbau von Stigma und Diskriminierung zu verhindern (0 Prozent Diskriminierung) und sicherzustellen, dass 90 Prozent aller Menschen Zugang zu den verschiedenen Angeboten der HIV-Prävention haben.

Die rote Schleife symbolisiert weltweit Solidarität mit Menschen mit HIV/AIDS. Im Frühjahr 1991 entwickelte Visual AIDS in New York die Idee für ein globales Symbol im Kampf gegen die Immunschwäche AIDS.

Ein Symbol für Solidarität und Toleranz gegenüber den von der Gesellschaft häufig ausgegrenzten HIV-Positiven und AIDS-Kranken. Seit der Nutzung der roten Schleife in Deutschland im Jahr 1993 wurden hier viele Millionen roter Schleifen verteilt.