Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW

Spotlight: Welt-AIDS-Tag 2019

Rote Schleife (Foto: beja)Weltweit leben etwa 37,9 Millionen Menschen mit HIV. 2018 infizierten sich etwa 1,7 Millionen Menschen neu mit dem Virus. 770.000 Menschen sind 2018 an AIDS verstorben. Noch lange haben nicht alle Zugang zu den lebensnotwendigen Medikamenten.

In Deutschland kann man heute mit HIV bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie alt werden und leben wie andere Menschen auch. Eine Übertragung von HIV ist unter einer wirksamen Therapie nicht mehr möglich.

Zugleich erleben Menschen mit HIV immer noch Zurückweisung, Benachteiligung oder Schuldzuweisungen – in der Familie, im Freundeskreis, im Job, in der Freizeit und sogar im Gesundheitswesen. Abwertung und Ausgrenzung machen krank. Sie können zu psychischen Erkrankungen führen und Menschen von Arztbesuchen abhalten. Angst vor Zurückweisung hält Menschen auch vom HIV-Test ab. Sie leben dann oft lange Zeit ohne Behandlung mit HIV, bis sie schwer krank werden.

Am 1. Dezember 2019 findet der 31. Welt-AIDS-Tag statt. Ziel ist es, dafür zu sensibilisieren, wie wichtig ein Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung ist, und dafür, dass wir nur gemeinsam die Diskriminierung von Menschen mit HIV abbauen können.

Du hast HIV? Damit komme ich nicht klar. Streich die Vorurteile!

Die diesjährige Aktion des Bundesministeriums für Gesundheit, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, der Deutschen AIDS-Hilfe und der Deutschen AIDS-Stiftung zum Welt-AIDS-Tag startete am 5. November 2019 mit Online-Materialien, Informationen zum Welt-AIDS-Tag sowie Veranstaltungshinweisen.

Noch immer werden viele Menschen mit HIV aufgrund ihrer Infektion diskriminiert – in der Familie, im Freundeskreis, im Job, in der Freizeit und sogar im Gesundheitswesen.

Diskriminierung tut weh – und macht krank. So berichten immer wieder Menschen mit HIV, dass sie aus Angst vor Diskriminierung keine ärztliche Hilfe gesucht haben, obwohl es nötig war. Menschen mit HIV leiden außerdem häufiger unter Depressionen, die ebenfalls oft unbehandelt bleiben.

Ausgrenzung behindert aber auch die HIV- und AIDS-Prävention. So kann Angst vor Diskriminierung etwa dazu führen, dass HIV-Testangebote nicht genutzt werden. Statt eine Infektion früh zu behandeln und so die Chance auf ein langes Leben mit HIV zu nutzen, kann HIV dann unbemerkt die Gesundheit schwer schädigen. Unbehandelt bleibt HIV außerdem übertragbar.

Mit der Kernbotschaft „Streich die Vorurteile!“ regt die Gemeinschafts-Aktion die Betrachterinnen und Betrachter dazu an, ihre eigenen Denk- und Verhaltensweisen gegenüber HIV-Positiven zu überdenken und mögliche Vorurteile aus dem eigenen Kopf zu streichen. Damit Menschen mit und ohne HIV im Alltag ohne Ausgrenzung und Diskriminierung zusammenleben können.

Mehr finden Sie unter welt-aids-tag.de.


#wissenverdoppeln: HIV ist unter Therapie nicht übertragbar

Die Deutsche Aidshilfe startet die zweite Staffel der Kampagne #wissenverdoppeln. Menschen mit HIV können leben wie alle anderen. Die HIV-Therapie verhindert die Vermehrung des Virus im Körper und verhindert eine Übertragung zuverlässig, wenn im Blut dauerhaft keine HI-Viren mehr nachweisbar sind. HIV ist dann auch beim Sex ohne Kondom nicht übertragbar. Im Alltag ist eine Übertragung ohnehin nicht möglich. Der allgemeinen Öffentlichkeit sind diese neueren Entwicklungen oft nicht bekannt.

Dieses Wissen erleichtert Menschen mit und ohne HIV. Es nimmt unnötige Ängste vor einer HIV-Übertragung und wirkt damit auch Zurückweisung und Tabubildung entgegen. Die Botschaft der Deutschen Aidshilfe zum Welt-Aids-Tag lautet: Entspannt euch! Einem selbstverständlichen Zusammenleben steht nichts im Wege.

Mit #wissenverdoppeln soll die Botschaft in die Welt getragen werden. Und möglichst viele Menschen dafür begeistert werden, sie selbst weiterzuerzählen. Bis alle Bescheid wissen. Mehr lesen Sie unter wissen-verdoppeln.hiv.


Pressemeldungen

Deutsche Aidshilfe: Kampagnenstart zum Welt-Aids-Tag: HIV ist unter Therapie nicht übertragbar. 25.11.2019

Deutsche AIDS-Stiftung: Soziales Aids ist besonders schlimm. Deutsche AIDS-Stiftung plädiert für noch mehr Aufklärung. 25.11.2019

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Welt-AIDS-Tag: Menschen mit HIV im Arbeitsleben stärken, 26.11.2019

In Nordrhein-Westfalen waren im Jahr 2018 nach Schätzungen des Robert Koch-Institutes 510 Neuinfektionen zu verzeichnen. Dies sind etwa 20 Infektionen weniger als im Jahr 2017. Ca. 420 Personen sind Männer (Veränderung zu 2017: -20), etwa 85 Personen Frauen (Veränderung zu 2017: +5).

Rund 330 Personen haben sich über mann-männlichen Sex infiziert (Veränderung zu 2017: -35). Etwa 100 Personen haben sich über heterosexuelle Kontakte infiziert (Veränderung zu 2017: -5). Rund 75 Personen haben sich über i.v. Drogengebrauch infiziert (Veränderung zu 2017: +20).

Am Ende des Jahres 2018 lebten rund 19.300 (Schwankungsbreite: 17.900 - 20.700) Menschen mit HIV oder AIDS in NRW. Etwa 15.600 sind männlich, etwa 3.700 weiblich. Der Anteil der Menschen mit HIV, die von ihrer Infektion wussten, betrug 88 Prozent (2017: 87 Prozent). Der Anteil der Menschen mit HIV, die von ihrer Infektion wussten und eine antiretrovirale Therapie erhielten, stieg von 92 Prozent (2017) auf 93 Prozent (2018).

HIV-Erstdiagnosen wurden in NRW im Jahr 2018 schätzungsweise 690 (Veränderung zu 2017: -75) gestellt, etwa 230 davon erst bei fortgeschrittenem Immundefekt (Veränderung zu 2017: -35). Von den 230 Personen wiesen 110 bereits AIDS-definierende Erkrankungen auf (Veränderung zu 2017: -20). 2018 gab es etwa 110 Todesfälle bei HIV-Infizierten.

Nordrhein-Westfalen gehört zusammen mit Bayern zu den Bundesländern, die in absoluten Zahlen die stärksten Rückgänge der HIV-Neudiagnosen bei Männern, die Sex mit Männern haben, aufweisen.

Die absolute Zahl der HIV-Neudiagnosen bei i.v. drogengebrauchenden Menschen ist in Nordrhein-Westfalen von 36 im Jahr 2017 auf 55 im Jahr 2018 angestiegen. Dieser Anstieg ist zu einem wesentlichen Teil auf ein größeres Infektionscluster in Köln zurückzuführen. Molekularepidemiologische Untersuchungen haben gezeigt, dass die Geschehnisse in Köln wesentlich auf zusammenhängenden frischen Infektionsclustern beruhen, bei denen sich ein bestimmtes Virus innerhalb weniger Monate rasch über Injektions- und teilweise auch sexuelle Netzwerke in einer suszeptiblen (empfindlichen) und vulnerabel (verletzlichen) Gruppe von Personen ausgebreitet hat.

Mehr lesen Sie in den RKI-Eckdaten für NRW 2018.
Ausführliche Details zur Situation in Deutschland und Nordrhein-Westfalen finden Sie im Epidemiologischen Bulletin 46/2019 des Robert Koch-Institutes.


Pressemeldungen

Laumann: Rückgang bei HIV-Neuinfektionen ist kein Grund, im Kampf gegen das Virus nachzulassen. 29.11.2019

Aidshilfe NRW: HIV-Zahlen sinken weiter. Die Aidshilfe NRW thematisiert offene Fragen der Prävention und Versorgung. 29.11.2019

Landesbetrieb IT.NRW: 2017 starben in NRW 89 Menschen an den Folgen der HIV-Krankheit. 29.11.2019

Das Robert Koch-Institut hat anlässlich des kommenden Welt-AIDS-Tages im Epidemiologischen Bulletin eine umfassende Darstellung der HIV/AIDS-Situation in Deutschland veröffentlicht. Der Ausbau von zielgruppenspezifischen Testangeboten und ein früherer Behandlungsbeginn zeigen laut dem Bundesinstitut offenbar auch in Deutschland Erfolge. "Dieser Weg sollte konsequent weiter umgesetzt werden, insbesondere durch eine weitere Verbesserung der Testangebote und die Gewährleistung des Zugangs zur Therapie für alle Menschen, die in Deutschland mit HIV leben", betont Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts.

Der positive Trend kommt aus der wichtigsten Betroffenengruppe – Männer, die Sex mit Männern haben. Bei ihnen ging die Zahl der geschätzten HIV-Neuinfektionen von etwa 2.200 Neuinfektionen im Jahr 2013 auf 1.600 Neuinfektionen im Jahr 2018 zurück. Diese Entwicklung ist wahrscheinlich in erster Linie darauf zurückzuführen, dass es bei Männern, die Sex mit Männern haben, gelungen ist, die Testbereitschaft zu steigern und die Testangebote auszuweiten. Außerdem wirkt sich die Empfehlung zu einem sofortigen Behandlungsbeginn positiv aus. Eine erfolgreiche Therapie führt dazu, dass die Weitergabe von HIV nicht mehr möglich ist.

Deutschlandweit waren im Jahr 2018 nach Schätzungen des Robert Koch-Institutes 2.400 HIV-Neuinfektionen zu verzeichnen. Dies sind etwa 80 Infektionen weniger als 2017. Der Anteil der Menschen mit HIV, die Ende 2018 von ihrer Infektion wussten, konnte auf 88 Prozent gesteigert werden. Der Anteil der Menschen mit HIV, die von ihrer Infektion wussten und in Behandlung waren, stieg von 92 Prozent (2017) auf 93 Prozent (2018).

Laut der Eckdaten der Schätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) für Deutschland lag die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland Ende 2018 bei etwa 2.400. Dies sind etwa 80 Infektionen weniger als im Jahr 2017. Ca. 2.000 Personen sind Männer (Veränderung zu 2017: -100), etwa 440 Personen Frauen (Veränderung zu 2017: +20).

Rund 1.600 Personen haben sich über mann-männlichen Sex infiziert (Veränderung zu 2017: -150). Etwa 530 Personen haben sich über heterosexuelle Kontakte infiziert (Veränderung zu 2017: +5). Rund 310 Personen haben sich über i.v. Drogengebrauch infiziert (Veränderung zu 2017: +65). Die Mutter-Kind-Übertragungen lagen unter 10.

Am Ende des Jahres 2018 lebten rund 87.900 (Schwankungsbreite: 81.600 – 93.900) Menschen mit HIV oder AIDS in Deutschland. Etwa 70.600 sind männlich, etwa 17.300 weiblich. Der Anteil der Menschen mit HIV, die von ihrer Infektion wussten, betrug 88 Prozent. Der Anteil der Menschen mit HIV, die von ihrer Infektion wussten und eine antiretrovirale Therapie erhielten, betrug 93 Prozent.

HIV-Erstdiagnosen wurden in Deutschland im Jahr 2018 schätzungsweise 3.100 gestellt, etwa 1.000 davon erst bei fortgeschrittenem Immundefekt. Von den 1.000 Personen wiesen 460 bereits AIDS-definierende Erkrankungen auf. 2018 gab es etwa 440 Todesfälle bei HIV-Infizierten.

Mehr lesen Sie in den RKI-Eckdaten für Deutschland 2018.
Ausführliche Details zur Situation in Deutschland finden Sie im Epidemiologischen Bulletin 46/2019 des Robert Koch-Institutes.
Die darauf bezogene Pressemeldung des Robert Koch-Institutes finden Sie unter rki.de.
Die darauf bezogene Meldung der Deutschen Aidshilfe finden Sie unter aidshilfe.de.


Einschätzungen zu den HIV-Neudiagnosen 2018

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat das Infektionsepidemiologische Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für das Jahr 2018 veröffentlicht, das auch generelle Aussagen zu der Entwicklung der HIV-Neudiagnosen im vergangenen Jahr enthält. Mehr lesen Sie unter Aktuelles.

Europäische Union, Europäischer Wirtschaftsraum, WHO-Region Europa

Am 28. November 2019 haben das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) und das Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihren jährlichen Bericht zu HIV und AIDS veröffentlicht.

Im Jahr 2018 waren in der Europäischen Union und der Europäischen Wirtschaftsraum 26.164 HIV-Neudiagnosen zu verzeichnen. Das Verhältnis von Männern zu Frauen betrug etwa 3:1.

40 Prozent der Diagnosen entfielen auf den Übertragungsweg Sex zwischen Männern, 33 Prozent auf Sex zwischen Männern und Frauen. Vier Prozent der Diagnosen entfielen auf den Übertragungsweg intravenöser Drogenkonsum. Ein Prozent waren auf Mutter-Kind-Übertragungen zurückzuführen. Für 23 Prozent der Diagnosen ist der Übertragungsweg unbekannt.

14 Prozent der Menschen mit HIV wissen nicht von ihrer Infektion. 49 Prozent der Diagnosen erfolgen als Spätdiagnosen, also bei schon fortgeschrittenem Immundefekt oder bei bereits vorliegenden AIDS-definierenden Erkrankungen. 64 Prozent der Spätdiagnosen erfolgen bei Menschen, die über 50 Jahre alt sind.

2018 waren 3.235 AIDS-Neudiagnosen zu verzeichnen. 72 Prozent der AIDS-Diagnosen erfolgten innerhalb von 90 Tagen nach der HIV-Diagnose.

Die höchsten Infektionsraten auf 100.000 Einwohner*innen sind nach wie vor in Osteuropa festzustellen (59,0 in Russland, 37,3 in der Ukraine, 25,2 in Weißrussland und 22,3 in Moldavien. Insgesamt weist die Region Ost eine Inzidenz der Neudiagnosen von 57,4 pro 100.000 Einwohner*innen auf (vgl. Westeuropa: 8,4 und Mitteleuropa 5,7).

Im Unterschied zu Mittel- und Westeuropa ist heterosexueller Sex der häufigste berichtete Übertragungsweg (73 Prozent), gefolgt von intravenösem Drogenkonsum mit 23 Prozent. Mann-männlicher Sex wird in nur vier Prozent der Diagnosen berichtet.

Auch die Unterschiede bei den AIDS-Diagnosen sind dramatisch. In Osteuropa wurden 2018 10.821 AIDS-Diagnosen gestellt (Inzidenz pro 100.000 Einwohner*innen: 10,5). In Mitteleuropa wurden 857 AIDS-Diagnosen verzeichnet (Inzidenz: 0,4), in Westeuropa 2.549 (Inzidenz: 0,6). 4.045 Menschen sind 2018 in Osteuropa an AIDS verstorben (vgl. Westeuropa: 549 und Mitteleuropa: 288).

Mehr zu HIV und AIDS in Europa lesen Sie unter ecdc.europa.eu.

 

HIV, Syphilis, Gonorrhoe und Chlamydiose in der Schweiz im Jahr 2018

Seit 2002 sinkt in der Schweiz die Anzahl der HIV-Diagnosen. Auch im Jahr 2018 ist ein weiterer Rückgang der dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) gemeldeten HIV-Diagnosen zu verzeichnen. Zum zweiten Mal seit Beginn der HIV-Epidemie Anfang der 1980er-Jahre wurden dem BAG weniger als 500 Fälle gemeldet. In den 1990er Jahren waren es im Durchschnitt 1300 Fälle pro Jahr. Diese Trendwende kann auf drei Faktoren zurückgeführt werden: Es lassen sich mehr Personen, die höheren Infektionsrisiken ausgesetzt sind, testen. Und folglich lassen sich mehr Personen mit HIV früh behandeln. Ein dritter Faktor könnte auch die orale HIV-Chemoprophylaxe (Präexpositionsprophylaxe, kurz «PrEP») sein.

Bei der Syphilis gab es für das Jahr 2018 eine radikale Vereinfachung der Falldefinition – die Zahlen für 2018 sind daher prinzipiell nicht mit denen der Vorjahre vergleichbar.

Bei den gemeldeten Gonorrhö-Diagnosen ist ein massiver Anstieg zu beobachten. Das ist, gleich wie im Vorjahr, vor allem auf die Ausweitung des Testens auf asymptomatische Infektionen zurückzuführen. Dem BAG wurden 2018 wie auch in den Vorjahren keine Fälle von multiresistenten Gonokokken angezeigt.

Die Gesamtanzahl laborbestätigter Chlamydiose-Fälle und darauf beruhend die Inzidenz waren im Jahr 2018 praktisch gleich wie im Vorjahr. Damit setzte sich die seit dem Jahr 2000 beobachtete Zunahme nicht mehr weiter fort.

Mehr lesen Sie unter bag.admin.ch.

Laut UNAIDS Data 2019 lebten 2018 auf der Welt 37,9 Millionen Menschen mit HIV. 2018 infizierten sich etwa 1,7 Millionen Menschen neu mit dem Virus. 770.000 Menschen sind 2017 an AIDS verstorben. 2018 wussten 79 Prozent aller Menschen mit HIV weltweit von ihrer Infektion. 78 Prozent davon hatten Zugang zu Behandlung. Wiederum davon hatten 86 Prozent eine Viruslast unter der Nachweisgrenze. Mehr lesen Sie unter aidsinfo.unaids.org.

In den vergangenen Jahren sind erhebliche Fortschritte gemacht worden. Die 90-90-90-Ziele sind jedoch in Gefahr. Bis zum Jahr 2020 soll erreicht werden, dass 90 Prozent aller Menschen mit HIV ihre Diagnose kennen, davon 90 Prozent eine wirksame antiretrovirale Therapie erhalten und wiederum davon 90 Prozent eine Viruslast unter der Nachweisgrenze aufweisen.


Communities im Mittelpunkt - Der neue UNAIDS-Report

Gunilla Carlsson, UNAIDS-Exekutivdirektorin, weist darauf hin, dass die Welt über ausreichend Knowhow verfügt, um zu erreichen, dass niemand mehr an AIDS erkranken muss. Das Virus könne man nicht ändern, aber man könne gegen Ungleichheiten, Machtungleichgewichten, Marginalisierung, Tabus und Stigmatisierung tätig werden. Menschen, nicht Krankheiten, sollten im Mittelpunkt von Richtlinien und Programmen stehen. Programme müssen mit den Zielgruppen entwickelt werden und an deren Lebensrealitäten anknüpfen. Durch den Zugang zu Wissen, Rechten und Macht würden Communities befähigt, Veränderungen zu bewirken, die Auswirkungen von HIV zu verringern und eine bessere Gesundheit für alle zu erreichen.

Mehr lesen Sie unter unaids.org.

Menschen mit einer HIV-Infektion und einer nicht nachweisbaren Viruslast unter Therapie können das Virus sexuell nicht übertragen. Darauf weist die Landeskommission AIDS NRW mit ihrem Statement "n = n: nicht nachweisbar = nicht übertragbar" hin.

Die Landeskommission AIDS berät die Landesregierung Nordrhein-Westfalen in grundsätzlichen Fragen der Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Eindämmung von AIDS. Die Mitglieder der Kommission sind Vertreterinnen und Vertreter von Institutionen, Verbänden und Vereinen, die direkt oder indirekt mit der Prävention, Beratung, Betreuung und Versorgung von Menschen mit HIV und AIDS befasst sind – zum Beispiel Ärztekammern, Kassenärztliche Vereinigungen, Wohlfahrtsverbände, kommunale Spitzenverbände, Aids- und Drogen-Selbsthilfe.


n = n: HIV wird unter wirksamer Therapie auch beim Sex ohne Kondom nicht übertragen

Eine HIV Infektion ist nicht heilbar, aber behandelbar. Das bedeutet, dass bei rechtzeitiger Diagnose und wirksamer Therapie Aids verhindert werden kann und ein langes Leben mit HIV möglich ist. Außerdem ist belegt, dass bei wirksamer Therapie die Anzahl der Viren soweit reduziert (unterhalb der Nachweisgrenze) werden kann, dass HIV auch bei Sex ohne Kondom nicht übertragen wird. Voraussetzung dafür ist eine dauerhafte Therapietreue.

Nach der Veröffentlichung des Swiss (EKAF) Statements in 2008 belegen die Ergebnisse der PARTNER-Studien (Partners of people on ART: a New Evaluation of the Risks), dass bei einer Viruslast unter der Nachweisgrenze keine HIV-Übertragungen stattgefunden haben. Dies schließt Daten zu homosexuellen Männern sowie zu Paaren, die Analverkehr praktizieren, ein.


n = n: Auf natürlichem Wege Kinder zeugen und Kinder bekommen

Ebenso bedeutet dies, dass unter antiretroviraler Therapie Menschen mit HIV Kinder zeugen und Frauen mit HIV HIV-negative Kinder gebären können, ohne auf Inseminationsmethoden beziehungsweise Kaiserschnitt zurückgreifen zu müssen.


n = n: Ermutigung für Menschen mit HIV

Die Landeskommission will mit der Botschaft n = n Menschen mit HIV ermutigen, Scham und Angst abzulegen und an der Gesellschaft teilzuhaben wie andere Menschen auch. Die Landeskommission hofft, dass die Verbreitung der Botschaft n = n zum Abbau von Diskriminierung und Stigmatisierung in der Gesellschaft und dem Gesundheitssystem beiträgt, und damit den Zugang zu Test und Behandlung verbessert.


Das gesamte Statement lesen Sie unter mags.nrw oder hier (PDF).
Die Mitglieder der Landeskommission AIDS finden Sie unter mags.nrw.
Mehr zu n = n lesen Sie auch in unserem Spotlight n=n.

Die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben sich 2016 verpflichtet, eine anspruchsvolle Agenda umzusetzen, um bis 2030 die AIDS-Epidemie zu beenden.

Damit dies gelingen kann, sollen bis 2020 die sogenannten 90-90-90-Ziele erreicht werden:

  • 90 Prozent aller mit HIV Lebenden sollen von ihrer Infektion wissen.
  • 90 Prozent aller Diagnostizierten sollen Zugang zur Behandlung haben.
  • Bei 90 Prozent der Behandelten soll HIV nicht mehr nachweisbar sein.

Zugleich gelte es, neue HIV-Infektionen durch den Abbau von Stigma und Diskriminierung zu verhindern (0 Prozent Diskriminierung) und sicherzustellen, dass 90 Prozent aller Menschen Zugang zu den verschiedenen Angeboten der HIV-Prävention haben.

Die rote Schleife symbolisiert weltweit Solidarität mit Menschen mit HIV/AIDS. Im Frühjahr 1991 entwickelte Visual AIDS in New York die Idee für ein globales Symbol im Kampf gegen die Immunschwäche AIDS.

Ein Symbol für Solidarität und Toleranz gegenüber den von der Gesellschaft häufig ausgegrenzten HIV-Positiven und AIDS-Kranken. Seit der Nutzung der roten Schleife in Deutschland im Jahr 1993 wurden hier viele Millionen roter Schleifen verteilt.