Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW

UNAIDS-Papier zum Umgang mit Corona

Foto: Pixabay, pexels.com25. Juni 2020 – Das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids UNAIDS hat ein Papier veröffentlicht, das Lehren aus dem Umgang mit HIV für einen effektiven, Community-basierten Ansatz im Umgang mit COVID-19 zieht. Maßnahmen im Umgang mit COVID-19 seien auf Solidarität, Vertrauen und Güte zu basieren statt auf Stigma und Angst, und die Reaktion auf die Corona-Pandemie sei auf die Lebensrealität der Menschen zu stützen und müsse sie dazu befähigen, sich selbst und ihre Mitmenschen zu schützen – so wie es auch im Umgang mit HIV und Aids eine erfolgreiche Strategie war und ist. Sieben Kernbotschaften benennt UNAIDS:

  1. Die betroffenen Communitys sind von Beginn an in alle Maßnahmen einzubeziehen, um eine Vertrauensbasis zu schaffen, Angemessenheit und Effektivität der Maßnahmen zu gewährleisten, indirekten oder unbeabsichtigten Schaden zu vermeiden und das Teilen von Informationen sicherzustellen.
  2. Alle Formen von Stigma und Diskriminierung sind zu bekämpfen, einschließlich derer die auf der Herkunft, sozialen Kontakten und dem Beruf (im Gesundheitswesen) beruhen sowie derer die marginalisierte Gruppen betreffen und zusätzliche Hürden im Zugang zur Versorgung schaffen.
  3. Zugang zu kostenlosen oder bezahlbaren Tests und Behandlungen für die vulnerabelsten und am schwersten erreichbaren Gruppen sind zu gewährleisten.
  4. Umstände, die Menschen daran hindern ihre eigene Gesundheit und die ihrer Mitmenschen zu schützen sind zu beseitigen, wie zum Beispiel: Angst vor Arbeitslosigkeit, Gesundheitskosten, Fake News und Falschinformationen, mangelnde sanitäre Anlagen, etc.
  5. Einschränkungen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit sind zeitlich begrenzt, verhältnismäßig, notwendig und Evidenz-basiert sowie durch Gerichte überprüfbar umzusetzen. Ausnahmen sind vorzusehen für vulnerable Gruppen und um die Konsequenzen der Einschränkungen abzumildern. Pauschale, zwingende Verbote sind selten effektiv oder notwendig. Individuen bei Verstößen nicht kriminalisiert werden.
  6. Staaten sollten zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass kein Land zurückgelassen wird und dass Informationen, Wissen, Ressourcen und fachliche Expertise geteilt wird.
  7. Mitarbeitende des Gesundheitssystems sind zu unterstützen und zu schützen. Alle sollten daran mitwirken, Vertrauen und Solidarität zu schaffen statt einander zu sanktionieren.

Die gesamte Publikation mit dem Titel „Rights in the time of COVID-19 — Lessons from HIV for an effective, community-led response“ finden Sie hier (PDF-Datei).

 

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