Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW

Bericht zur HIV/AIDS-Prävention in NRW 2017

Foto: Herr Specht, photocase.de19. Dezember 2018 - Kurz vor dem Jahresende können wir Ihnen den Bericht zur HIV/AIDS-Prävention in Nordrhein-Westfalen 2017 präsentieren. Er fasst alle Aktivitäten der beteiligten Akteur*innen im Öffentlichen Gesundheitsdienst und der Freien Trägerschaft des Jahres 2017 zusammen.


HIV/STI-Prävention für Jugendliche und junge Erwachsene in NRW: Personalkommunikativ und virtuell – niedrigschwellig und kooperativ

In diesem Jahr liefert der Bericht einen intensiven Einblick in die HIV/STI-Prävention für Jugendliche und junge Erwachsene in Nordrhein-Westfalen. Welche Angebote der 72 an der landesweiten Datenerhebung beteiligten Akteur*innen aus der Freien Trägerschaft und dem Öffentlichen Gesundheitsdienst Jugendliche und junge Erwachsene 2017 in Anspruch genommen haben, stellen wir Ihnen hier vor:


Große Nachfrage nach Prävention für Jugendliche und junge Erwachsene: 220.000 Kontakte pro Jahr
Im Jahr 2017 haben die Akteur*innen rund 220.000 personalkommunikative Kontakte mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen (<13 bis 24 Jahre) im Rahmen von Projekten und Veranstaltungen realisiert. Das entspricht genau einem Drittel (33%) aller durch Projekte und Veranstaltungen hergestellten Präventionskontakte. Davon waren unter 5% bis zu 13 Jahre alt, 42% im Alter zwischen 14 und 17 Jahre, und 53% zwischen 18 und 24 Jahre alt. Die Kontakte über Projekte und Veranstaltungen, die ausschließlich Jugendliche erreichen, verteilen sich hinsichtlich des Geschlechts zu 51% auf männliche Jugendliche, zu 49% auf weibliche Jugendliche und zu unter 1% auf intersexuelle Jugendliche. 

HIV- und STI-Prävention im Rahmen eines sexualpädagogischen Arbeitsansatzes
In 95% der personalkommunikativen Kontakte über Projekte und Veranstaltungen, die ausschließlich Jugendliche erreichen, wurden sowohl HIV als auch andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) thematisiert, in 5% der Kontakte nur HIV oder nur STI. 99% der Kontakte über Projekte und Veranstaltungen waren darüber hinaus sexualpädagogisch ausgerichtet: In den Projekten und Veranstaltungen wurden also Wissen, Fähigkeiten und Werte vermittelt, die Jugendliche dabei unterstützen, eine selbstbestimmte Sexualität zu entwickeln. 

Online-Formate in der Prävention besonders attraktiv
Online-Formate, wie virtuelle Lernwerkstätten, Präventionsarbeit in schwulen Internet-Communities oder Webserien, sind für Jugendliche und junge Erwachsene besonders attraktiv. Der Anteil Jugendlicher und junger Erwachsener an allen Kontakten mittels Online-Formaten lag bei 43%.

Ein Fünftel der Beratungskontakte über Online- und Emailberatung
Die Möglichkeit der Onlineberatung ist für Jugendliche und junge Erwachsene besonders wichtig. 20% der Kontakte im Rahmen von Beratungsangeboten, die sich ausschließlich an Jugendliche richten, kamen durch Online- oder Emailberatung zustande. Betrachtet man alle Altersklassen, kamen nur 7% der Kontakte durch Online- oder Emailberatung zustande.

Über vier Fünftel in Kooperation mit anderen Trägern
Der Zugang zu Projekten und Veranstaltungen war niedrigschwellig: 84% der Kontakte wurden von den Akteur*innen außerhalb der eigenen Einrichtung realisiert (in Kooperation mit Schulen und außerschulischen Jugendeinrichtungen). Aber auch das Kennenlernen der Beratungseinrichtungen war den Akteur*innen wichtig: So wurden 16% der Projekte und Veranstaltungen in der eigenen Einrichtung angeboten (unter anderem Beratungsstellenrallys).

Weitere Aspekte der Jugendprävention sowie die Überblick über die Basisdaten und die Entwicklung der Monitoring-Ziele der Jahre 2014 bis 2017 finden Sie hier.

 

Wussten Sie schon: n = n: nicht messbar = nicht übertragbar?

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