Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW

Weiterhin Verbesserungsbedarf bei Hepatitis C

Foto: Markus Gann, photocase.de25. Juli 2018 - Im Vorlauf zum Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli 2018 hat das Robert Koch-Institut (RKI) ein Epidemiologisches Bulletin zu Hepatitis C veröffentlicht.

Die bundesweite Inzidenz lag 2017 bei 5,8 HCV-Erstdiagnosen/100.000 Einwohner*innen. Im Vergleich dazu lag Nordrhein-Westfalen mit einer Inzidenz von 5,6 unter dem Bundesdurchschnitt. Allerdings stieg die Inzidenz im Vergleich zum Median der fünf Vorjahre in Nordrhein-Westfalen an.

Aus den belastbaren Angaben zum Übertragungsweg auf Bundesebene ergibt sich folgende Verteilung: I.v. Drogengebrauch (73,3%), i.v. Drogengebrauch in Haft (4,6%) | Erhalt von Blutprodukten (9,3%) | Männer, die Sex mit Männern haben (7,1%) | Heterosexueller Kontakt mit HCV-infizierten Partner*innen (4,6%) | Dialyse (0,4%) | Perinatal (0,8%).


Verbesserungen bei Diagnose, Behandlung und Prävention notwendig

Der auf Bundesebene und in Nordrhein-Westfalen zu beobachtende Anstieg der Inzidenz lässt sich nach Einschätzung des Instituts vermutlich auf die Erweiterung der Behandlungsoptionen und die Einführung der Meldepflicht zurückführen.

Die Meldungen aus Nordrhein-Westfalen sind 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent gestiegen (2016: 799 | 2017: 1.001). Die Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW hatte 2016 und 2017 aktiv dafür gesorgt, dass die Ergebnisse der DRUCK-Studie des RKI, die die hohe Belastung von i.v. Drogengebrauchenden mit Hepatitis C aufzeigt, in landesweiten Fachgremien in den Bereichen Drogen und AIDS vorgestellt werden.

Trotzdem werden immer noch nicht genügend Menschen behandelt, um das Ziel der Weltgesundheitsorganisation einer Eliminierung der Hepatitis C bis 2030 zu erreichen.


Effektive Maßnahmen in Haft unumgänglich

Drogenkonsumierende sind die größte Betroffenengruppe. Der Prävention von Hepatitis C unter Drogenkonsumierenden sowie der Fallfindung, Diagnostik und Therapie in dieser Gruppe sollte daher laut RKI in Deutschland weiter höchste Priorität zukommen. Das RKI weist in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass weder Substitution noch aktiver Drogengebrauch eine Kontraindikation zur Behandlung darstellen.

Auch eine verstärkte Behandlung und Zugang zu effektiven Maßnahmen der Prävention bei Personen in Haft hält das Institut für unumgänglich.

 

Mehr entnehmen Sie dem Epidemiologischen Bulletin Nr. 29 des Robert Koch-Institutes vom 19. Juli 2018.

Weitere Informationen zu Hepatitis C in NRW finden Sie hier.

 

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