Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW

HIV-PrEP als Chance und Herausforderung

Foto: eskemar, photocase.de11. Juni 2018 - "Die PrEP ist Chance und Herausforderung für die HIV-Prävention in Deutschland", so fasst Prof. Hendrik Streeck, Institut für HIV-Forschung der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, am vergangenen Freitag die Ergebnisse der PRIDE-Studie in einem Satz zusammen.

Laut der Studie wird die HIV-Präexpositionsprophylaxe in Deutschland gut angenommen: Die Zahl der Nutzer*innen ist seit Oktober 2017 rasant gestiegen. Rund 4.500 Menschen schützen sich bereits mit Medikamenten. Die PrEP etabliere sich in Deutschland schneller als in vielen anderen Ländern, sagte Streeck. Das Interesse in der Zielgruppe sei hoch.

Aber von der PrEP profitiert nur ein Teil: Bislang sei der typische PrEP-Nutzer ein 38 Jahre alter deutscher, schwuler Mann mit Abitur und überdurchschnittlich hohem Einkommen, erläuterte Streeck. Der Grund: Unterm Strich müssen PrEP-Anwender*innen je nach Bundesland und Arztpraxis zusätzlich zum Medikament noch bis zu 100 Euro monatlich auf den Tisch legen, denn es kommen regelmäßige Laboruntersuchungen hinzu. Schlechterverdienende können sich das nicht leisten, und die Krankenkassen übernehmen die Kosten bisher nicht.


Die Herausforderung heißt Aufklärung

Auch in der Aufklärung über die PrEP sieht das Team um Prof. Streeck noch Handlungsbedarf. Die Studie deutet darauf hin, dass viele Anwender*innen das Medikament nur phasenweise verwenden, etwa um bei einem bestimmten Anlass geschützt zu sein. Einige Studien und Erfahrungen in anderen Ländern legten nahe, dass dies möglich sei, aber die Datenlage sei noch dünn, betont Streeck. Ärztliche Beratung und regelmäßige Untersuchungen seien auf jeden Fall unerlässlich. Denn eine unsachgemäß durchgeführte PrEP könne zu HIV-Infektionen und zur Resistenzbildung des Virus gegen das Medikament führen.

Mehr lesen sie unter uni-due.de.

Unser Spotlight zur PrEP finden Sie hier.

 

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